Disclaimer: Die hier gezeigten Beiträge enthalten zum Teil erschreckendes, verstörendes Material, sowie schnelle Lichtwechsel die möglicherweise epileptische Anfälle auslösen können.
Photo (C)Elīna Arāja
Prolog
Am 14. November 2020 starteten wir unsere Reihe DARK ODDITIES, damals allerdings noch unter dem etwas sperrigeren Titel DIE DUNKLE UND VERSTÖRENDE WELT DES INTERNETS. Seitdem haben wir uns mit einer Vielzahl an Themen beschäftigt, wie True Crimes, skandalösen Praktiken in der Wissenschaft, Heimsuchungen von Geistern, UFO-Sichtungen, unerklärlichen Phänomenen, Verschwörungen, Kulten, Flüchen, seltsamen Krankheiten, aufwühlenden Medien und Kunstprojekten. Wir haben euch wiederholt mit Analog Horror-Projekten und ARGs vertraut gemacht, sowie mit etlichen Youtube-Channels die sich gezielt mit diesen Themen beschäftigen. Mit dieser 35. Ausgabe wollen wir einen Blick zurück auf zwölf ausgewählte Beiträge aus unseren Archiven werfen, bevor wir uns eine kleine Auszeit gönnen, um das Format zu überarbeiten. Als kleine Draufgabe gibt es am Ende noch eine Überraschung...
KrainaGrzybowTV ist ein polnischer Youtube-Channel im an sich schon gruseligen Stil der 1980er Jahre im Ostblock gehalten. Zu seinen bekanntesten Beiträgen zählt die haarsträubende Reihe Poradnik Uśmiechu und What was the COTN incident? Entgegen ihres Designs sind die darauf enthaltenen Videos in den frühen 2010er Jahren entstanden. Verantwortlich hierfür zeichnete der Filmemacher, Musiker und Content creator Wiktor Stribog.
In Poradnik Uśmiechu - auch bekannt als Smile Guide - geht es um eine junge Frau namens Agatha die in Begleitung einiger sehr merkwürdiger Gestalten wie dem animierten Eichhörnchen Maggie eine Art Kindershow moderiert, die allerdings alles andere als kindergerecht ist. Eine Demonstration wie mit Äpfeln zu verfahren ist spiegelt eine dunkle Ahnung von Gewalt und Vergewaltigung wieder. In alptraumhaften Sequenzen voller Innuendos, Drogenfantasien und scheinbar kompletten Nonsense begleiten wir Agatha auf ihrem Leidensweg auf der Suche nach Erlösung, dieweil ihre Mutter im Schatten über die Ereignisse im Hintergrund berichtet.
Wiktor Stribog's Welt ist bizarr, aber mit Liebe zum Detail und viel kreativer Energie geschaffen. Auf jeden Fall einen näheren Blick wert, auch wenn man nicht wie ich den Fehler machen sollte, sich das Ganze nachts anzusehen.
Ein tragisches Beispiel dafür was schief gehen kann, wenn man mit den Erwartungshaltungen des Publikums spielt, ist der Skandal um die 1992 produzierte Folge "Ghostwatch"
der Anthologie-Serie Screen One. Im Stil einer livegesendeten Dokumentation gehalten, zeigt Ghostwatch
eine angebliche BBC-Reportage über Poltergeist-Aktivitäten in Northolt. Dass das Ganze in Wahrheit ein fiktives Horrorspektakel war und schon Wochen im voraus gedreht wurde, fiel dabei unter den Tisch. Ausstrahlungstermin war immerhin der 31. Oktober, also Halloween.
Das Ergebnis dieses schlecht kommunizierten Halloween-Pranks an der britischen Bevölkerung waren nicht nur tausende verstörte Anrufe von Zusehern die das Gesehene für echt gehalten hatten. Ein geistig beeinträchtigter Fabrikarbeiter namens Martin Denham beging aufgrund dessen sogar Selbstmord. Das British Medical Journal berichtete zudem von vermehrten Fällen von PTSD bei Kindern.
Ghostwatch
wurde seitdem, zumindest im Vereinten Königreich, nicht mehr ausgestrahlt und regelrecht verbannt. In anderen Ländern und durch das Internet gewann die Sendung allerdings einen regelrechten Kultstatus. Sie war sogar eine große Inspiration für den Found footage-Klassiker The Blair Witch Project
(1999).
2004 wurde auf einer riesigen Reklametafel in Melbourne, Australien ein rot-schwarzes Plakat angebracht auf dem folgende Worte standen: "GET OUT OF YOUR MIND" und darunter die Internetadresse "www.neurocam.com" (mittlerweile Offline). Der Link führte zu einer ominösen Seite die gegen den Willen ihrer Besucher ein sehr rätselhaftes Video auf ihre Rechner lud. In diesem wurden mehrere maskierte Personen gezeigt die den Eindruck vermittelten Teil eines Kults zu sein. Die Seite selbst schien nicht dem Zweck zu dienen irgendjemandem irgendwas zu verkaufen. Was seltsam war, da sich allein schon die Miete für die Reklametafel auf 10.000 Dollar belief.
Neurocam stellte lediglich die Möglichkeit in Aussicht sich bei ihnen anzumelden - wofür genau erfuhr man erst, nachdem man sich einer Reihe von Tests unterzogen hatte. Jede Abweichung vom Protokoll führte zum sofortigen Rauswurf aus dem Programm. Wer wissen wollte was hinter Neurocam steckte musste sich wohl oder übel auf die Sache einlassen - keine Fragen! Nach den Tests wurde man mit einigen merkwürdigen Aufgaben betraut: Von der Beschaffung diverser Gegenstände und Informationen, bis hin zu Observierungen und halblegalen Aktionen die an Spionage erinnerten. Während all dem fanden sich weitere Plakate und Flyer zu Neurocam auf der ganzen Welt, dementsprechend international waren die Rekruten und überraschend die Umstände unter denen sie sich trafen.
Die Lösung des Rätsels sollte erst Jahre später kommen. In 2011, mit der Veröffentlichung eines Trailers zur Dokumentation WTF is Neurocam? von Robert Hely. Im darauffolgenden Jahr veröffentlichte ROBIN Hely von der Monash University in Melbourne eine Arbeit über Neurocam als soziologisches Kunstprojekt, das sich mit ARGs, Hoaxes, Geheimbünden u.a. befasste.
Meow Wolf ist eine US-amerikanische Kunst und Entertainment-Firma, die 2008 gegründet wurde und unter sich neben der Produktion von Musikvideos, sowie der Organisation diverser Kunst- und Musikfestivals, der Schaffung immersiver Installationswelten widmet. Ihr neuestes Projekt ist Omega Mart, das auf einer fiktiven Supermarktkette basiert in der offensichtlich nicht alles mit rechten Dingen zu geht. Das sehr surreale Multimediaprojekt beschäftigte über 200 KünstlerInnen und bietet eine interaktive Kunstinstallation auf mehr als 4800 m² Fläche in Las Vegas, Nevada. Die folgenden Videos dienten nicht nur der Bewerbung, sondern sind auch Teil des Projekts...
James Leyland Kirby ist ein alter Hase des Ambient und der experimentellen Elektronik, der in den 1990ern begann sich ernsthaft mit geistigen Erkrankungen zu beschäftigen. Der Initialfunke seines 1999 begonnenen Projekts The Caretaker war eine Ballroom-Szene in Stanley Kubrick's Horrorfilmklassiker The Shining gewesen, in dem der zunehmende Wahnsinn des von Jack Nicholson verkörperten "Caretakers" ebenso eine Rolle spielt wie das Festhalten an schönen Erinnerungen: Nostalgie, Romantik und Melancholie.
Zwischen 2016–2019 veröffentlichte The Caretaker sein letztes und größtes Werk, das auf mehrere Platten aufgeteilte Album Everywhere At The End Of Time. Was es so verstörend macht? Es stellt eine entsetzlich nachvollziehbare Interpretation der Alzheimer Erkrankung dar. Vom anfänglichen Festhalten an schöne Erinnerungen über das zunehmende Vergessen, den unaufhaltsamen Verfall des Bewusstseins, bis hin zum völligen Verlust jeglichen klaren Gedankens. Ein langsam vor sich hin siechender Alptraum, der jeden halbwegs empathischen Menschen mit einem gebrochenem Herzen zurücklässt.
Sergei Sergeevich Brukhonenko (1890 - 1960) war ein sowjetischer Wissenschaftler zu Zeiten Stalins, der primär für die Entwicklung des Autojektors bekannt ist, einer der ersten Herz-Lungen-Maschinen der Welt. Dem Internet ist er aber vielleicht auch für das bizarre Experiment an abgetrennten Hundeköpfen bekannt, die er mithilfe des Autojektors zu neuem Leben erweckte, zu sehen in der Dokumentation Experiments in the Revival of Organisms (1940).
1980 leakten die Campaign for Nuclear Disarmament (CND) in Zusammenarbeit mit der BBC eine zuvor streng geheime Reihe von Zivilschutz-Videos, produziert im Auftrag der britischen Regierung und animiert durch Richard Taylor Cartoons, welche der Öffentlichkeit ausschließlich im Falle eines nuklearen Fallouts gezeigt werden sollten. Der Kalte Krieg und das Wettrüsten zwischen Ost und West waren noch im vollen Gange, die Möglichkeit eines nahenden Atomkriegs schwebte wie ein Damokles-Schwert über den Köpfen der Leute. Dementsprechend schockierend waren die 20 Kurzfilme unter dem Titel Protect and Survive, die mit gesichtslosen Bildfolgen und ominösen Synthesizer-Sounds gespickt, über Maßnahmen informierten die angesichts eines entsprechenden Szenarios zu setzen wären. Besonders das Kapitel "Casualties" (siehe unten) welches das Verfahren mit Verstorbenen behandelt, ist zutiefst verstörend. Die Offenlegung von Protect and Survive schlug natürlich Wellen und brachte der CND den erwünschten Effekt: Ein größeres Bewusstsein für die Gefahren einer nuklearen Katastrophe.
2005 tauchte im Netz ein verstörendes Video namens Blank Room Soup auf, von dem lange unklar war ob es sich um ein Kunstprojekt, eine Creepypasta oder gar echtes Filmmaterial handelt, in dem die gezeigte Person tatsächlich seelisch gefoltert wird. Wie sich später offenbarte stammten die ikonischen Kostüme vom renommierten Künstler Raymond S. Persi, der sie in seiner damaligen Performance-Gruppe RayRay einsetzte. Das Video war aber nicht von ihm! Persi zufolge wurden sie kurz vor Erscheinen des Videos, nach einem Auftritt in West Hollywood gestohlen. Über die Identität der Diebe und wahrscheinlichen Produzenten des Videos herrscht bis heute Unklarheit. Persi jedenfalls ist heute vor allem durch seine Animationen für die Simpsons, Wreck-It Ralph und Zootopia bekannt. ReignBot berichtet...
Horrorserien werden dieser Tage leider häufiger mit dem Verlangen assoziiert das Publikum zu schocken, weniger damit wirklich ernste Themen zu behandeln und eine tiefere, positive Message zu vermitteln. Das Kunstprojekt Boisvert macht genau das und bietet sogar einige spannende ARG-Elemente. Die ersten Videos behandelt den psychologischen Fallout ausgelöst durch den ersten Covid-Lockdown von 2020. Der namenlose Protagonist isoliert sich von Freunden und Familie, und entwickelt eine Depression die ihn über das Ende des Lockdowns hinausbegleitet. Er fällt in ein tiefes Loch aus Angst und Selbstzweifel, die ihn regelrecht zerfleischen. Eine zutiefst verstörende Geschichte, die aber Platz für Empathie lässt! Mehr dazu im Youtube-Channel von _ Boisvert
Zwischen 1764 - 1767 trieb in der südfranzösischen Provinz Gévaudan und den anliegenden Gebieten ein Raubtier sein Unwesen, das an die 300 Personen terrorisierte und tötete. Historiker gehen heute davon aus, dass es sich um mehrere Tiere gehandelt haben könnte und tatsächlich wurden seinerzeit viele Wölfe erlegt, die im 18. Jahrhundert immer wieder Schwierigkeiten gemacht hatten und zunächst für die Angriffe verantwortlich gemacht wurden. Augenzeugen-Berichte sprachen allerdings von einer kalbshohen Kreatur mit massivem Vorderkörper und anderen ungewöhnlichen Attributen. Auch waren die Attacken der Bestie viel brutaler und scheußlicher, als man es bisher von Wölfen kannte.
Kunde über die schrecklichen Ereignisse verbreitete sich bald über die Grenzen Frankreich's hinaus und setzten König Ludwig XIV unter Druck, der ein Kopfgeld aussetzte. Doch selbst eine Dragonerarmee unter der Führung von Capitaine Jean-Baptiste Duhamel, die Wolfsjäger des Königs und viele andere konnten dem Tier nichts anhaben, dieweil es viele weitere Opfer forderte. Zahlreiche Legenden ranken sich um die Tragödien der betroffenen Bevölkerung, über jene die ihre Liebsten verloren, die sich zur Wehr zu setzten, unter Einsatz ihres Lebens gegen das Biest kämpften, um ihre Kinder zu verteidigen, und jene die bei der Jagd ihre Ehre einbüßten. 1767 soll es schließlich von Gastwirt und Tagelöhner Jean Chastel mithilfe von Silberkugeln erlegt worden sein. Da die Bestie von Gévaudan oft mit dem Werwolf-Mythos in Verbindung gebracht wurde, ergab sich daraus wahrscheinlich auch der Ursprung der Legende, dass Werwölfe mit Silber getötet werden können. NightDocs hat eine spannende Dokumentation zum Thema gedreht...
Der 15. Juli 1974 war einer der schwärzesten Tage der US-amerikanischen Fernsehgeschichte. An diesem Tag, um 09:38 Uhr in der Früh, nahm sich die 29-jährige Moderatorin Christine Chubbuck des in Sarasota, Florida ansässigen TV-Senders WXLT-TV vor laufender Kamera das Leben. Was ihren Suizid umso verstörender machte, war der sachliche Ton mit dem sie ihn anmoderierte, ehe sie sich den Revolver an den Schädel hielt und abdrückte. Ihre letzten Worte lauteten: "In keeping with Channel 40’s policy of bringing you the latest in blood and guts, and in living color, you are going to see another first – attempted suicide." An ihrem Platz fand man später ein von ihr vorbereitetes Skript, in dem erschreckend genau die weiteren Ereignisse - der Name des Krankenhauses in das man sie einlieferte und die Feststellung ihres Todes - vortragsfertig festgehalten wurden.
Christine Chubbuck galt als eine brillante und hochprofessionelle Journalistin, hinter den Kulissen war sie allerdings sehr schüchtern und litt an einer schweren Depression, die sich durch eine notwendig gewordene Entfernung ihrer Eierstöcke nur noch verschlimmerte. Der technische Leiter des Senders war geistesgegenwärtig genug, das Bild auszuschalten, ehe sie abdrücken konnte, dennoch war laut und deutlich der Schuss zu hören. Die Tat soll noch auf einer Nebenkamera konserviert worden sein, die entsprechenden Kopien werden aber aus verständlichen Gründen unter Verschluss gehalten. Immer wieder wurden Versuche von besonders morbiden Individuen unternommen diese Kopien in die Finger zu bekommen und online zu stellen. In der breiten Lost Media-Community herrscht allerdings der Konsens, dass diese besser im Verborgenen bleiben. Youtuberin Storm dazu...
Wer kennt nicht die Urban Legend um den rachsüchtigen Geist der Bloody Mary? Einer entstellten und als Hexe verbrannten Frau, die angeblich heraufbeschwört werden kann, wenn man ihren Namen bei Kerzenlicht dreimal in einen Spiegel ruft. Variationen der Geschichte lassen sich auf der ganzen Welt finden, wie die Svarta Madame (Schwarze Madame) in Schweden oder Hanako-san in Japan. Gerade dort war man ganz besonders kreativ was solche Legenden betrifft und hat sich sowohl von der lokalen Folklore, als auch modernen Technologien inspirieren lassen. Jede ist mit einer rituellen Mutproben verbunden, die selbst dem gefestigtsten Charakter durch Mark und Bein geht. Blameitonjorge hat sich mit ReignBot, Dr. Creepen, Lets Read! und That Creepy Reading zusammen getan, um uns 10 düstere Beispiele vorzustellen...
Bonus: Overnight in New York's Most Haunted Hotel
with Nick Crowley & Nexpo
Am 4. Oktober 2022 starteten die beiden Horror-YoutuberNick CrowleyundNexpoeinen gemeinsamen Kanal namensNick & Ryan. Am 1. April des darauffolgenden Jahres veröffentlichten sie darauf eine Dokumentation, über eine Nacht die sie im angeblich von bösen Geistern heimgesuchten Shanley Hotel in Napanoch, New York verbrachten. Und auch wenn das Erscheinungsdatum zunächst auf einen Aprilscherz schließen lässt, geschehen darin tatsächlich ein paar höchst ungewöhnliche Dinge, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen...
Willkommen zum „INFINITI“-Spezial im Kollektiv Podcast! DI Dr. Norbert Frischauf (CERN, ESA, NASA) und Host Manuel Waldner diskutieren die Space- & Science-Highlights des Jahres 2026 und beantworten eure ZuschauerInnenfragen. Nach 50 Jahren Abwesenheit kehrt die Menschheit mit der Artemis-Mission und europäischer Beteiligung endlich zum Mond zurück, um dort eine dauerhafte Präsenz als Sprungbrett für den Mars aufzubauen. Norbert Frischauf beleuchtet die faszinierende Suche nach Leben auf dem Roten Planeten, wo Methan-Vorkommen und unterirdisches Eis auf noch existierende Mikroben hindeuten könnten. Der Podcast taucht tief in die Welt der Physik ein, von der Suche nach Dunkler Materie am CERN bis hin zur kritischen Einordnung der aktuellen Hypes um Kernfusion und Mega-Raketen wie dem Starship. Auch die Grenzen der Künstlichen Intelligenz in der Forschung und die ethischen Risiken von Geoengineering werden schonungslos analysiert. Abschließend gibt es einen Ausblick auf 2026, wo neue Super-Teleskope wie das ELT und James Webb potenziell erste echte Biosignaturen auf fremden Welten entdecken könnten. 01:12 - Rückkehr zum Mond: Das europäische Servicemodul und das neue Artemis-Raumschiff 02:13 - Artemis vs. Apollo: Warum wir nach 50 Jahren wieder fliegen und was anders ist 05:05 - Wasser am Mond: Warum die Pole und der "Halo Orbit" entscheidend sind 07:58 - Sprungbrett Mars: Nuklearantriebe und der Mond als Weltraumbahnhof 11:04 - Der Mars-Rover: Technische Herausforderungen bei -80 Grad Celsius 14:10 - Leben auf dem Mars: Methan als starkes Indiz für unterirdische Mikroben 17:39 - Mega-Raketen: Sinkende Kosten durch Starship und die Grenzen der Physik 22:42 - Dunkle Materie: Was uns Gravitationslinsen und das Euklid-Teleskop verraten 25:28 - Blick ins CERN: Wie Teilchenbeschleuniger den Urknall simulieren 31:44 - KI in der Wissenschaft: Warum Klimamodelle keine "starke KI" sind 37:59 - Robotergesetze: Isaac Asimovs Regeln und die Grenzen moderner Algorithmen 39:20 - CRISPR & Genetik: Warum der medizinische Durchbruch noch Zeit braucht 41:59 - Kernfusion erklärt: Der Unterschied zwischen Laser-Fusion und Tokamak 48:44 - Der neue Super-Collider (FCC): Warum wir eine 20-Milliarden-Maschine brauchen 55:52 - Ausblick 2026: Das European Extremely Large Telescope und die Suche nach einer zweiten Erde Ihr wollt auch eine Antwort vom Profi? Schickt eure Fragen an science@kollektiv-magazin.com . Die spannendsten Einsendungen nehmen wir in die nächste Episode auf! 👉 Vergesst nicht zu abonnieren! Werdet Teil des Kollektivs und verpasst keine unserer Touren, Talks und Eskapaden mehr.
Die Nächte in Reykjavík flüstern von Maschinen und Träumen. Ein Echo hallt durch die Dunkelheit: "Afrit... Afritvél..." Die "Kopiermaschine" surrt unheilvoll, bereit, mehr als nur Tinte zu übertragen. Sie saugt Sehnsüchte auf, projiziert Bilder auf eine Leinwand der Besessenheit. Eine junge Frau steht im Scheinwerferlicht ihrer Fantasie, eine Königin auf einer Bühne, die nur in ihrem Kopf existiert. Doch der Glanz trügt. Hinter der polierten Fassade brodelt eine dunkle Wahrheit. Eine unheilvolle Entdeckung in der Stille des Kopierraums. Ein Stil kopiert bis ins kleinste Detail – und mit ihm ein Schatten des Endes. Angst kriecht unter die Haut, eine unstillbare Gier nach etwas, das nicht ihr Eigen ist. Warum diese tiefe Traurigkeit im Herzen, wenn die Oberfläche doch so strahlend ist? Sie tanzt auf einem schmalen Grat zwischen Märchen und Realität, unantastbar in ihrer eigenen Welt. Der Kopf hoch erhoben, ein flüchtiger Stern am Nachthimmel. Doch das "La-La-Land", in dem sie lebt, droht zu zerbrechen, ihre Handlungen hinterlassen Spuren der Zerstörung. Ist dieser gefährliche Pfad wirklich der Weg in die Freiheit? Die Maschine flüstert weiter, verlangt nach mehr. Träume sollen kopiert, Strahlen fixiert werden. Nicht nur der Wunsch nach dem Rampenlicht, sondern das Verlangen, das innerste Wesen zu duplizieren – "Afrit, Afritvél, viltu afrita genið?" Willst du das Gen kopieren? Teure Kleider, ein perfekt gestyltes Haar – eine Rüstung gegen die Welt. Die hasserfüllten Blicke prallen ab an einer Mauer aus Ignoranz. Prada als Schutzschild, während in den Casinos von Las Vegas ein riskantes Spiel mit dem Schicksal getrieben wird. Und dann diese Visionen: Einhörner und Engel, ein Kuss am Abgrund, ein Aufstieg in einen violetten Himmel. Ein flüchtiger Moment der Erlösung, in dem die Freiheit in den Augen glitzert. Doch ist es echt? Oder nur ein weiteres Bild, projiziert von der unheimlichen Maschine? Die "Afritvél" läuft unaufhaltsam weiter, eine Metapher für eine gefährliche Suche nach Identität. Eine Geschichte von Besessenheit, von der trügerischen Verlockung der Nachahmung und dem verzweifelten Wunsch, jemand anderes zu sein. Lausche genau, denn in den elektronischen Beats und dem eindringlichen Gesang verbirgt sich eine dunkle Wahrheit über den Preis der Freiheit und die Zerbrechlichkeit des Selbst. Hier gibt es mehr Informationen zum Musikprojekt: https://www.kollektiv-magazin.com/ai-musikprojekt-dominion-protocol
Vom Rockprofessor bis zur Ex-Politikerin, vom Hit-Produzenten bis zum Kinder-Entertainer: Wir waren zu Gast bei Reinhart Gabriels „Stammtisch für Kunstschaffende“. Ein Blick hinter die Kulissen einer Szene, die vor allem eines braucht: Echte Begegnung. Es ist keine gewöhnliche Podcast-Folge aus dem Wohnzimmer, wo sonst die Wäsche hängt. Diesmal sind wir mittendrin im Geschehen. Der Ort: Ein Raum voller Geschichte(n). Der Anlass: Der Stammtisch für Kunstschaffende. Hier geht es nicht um bloßes Visitenkarten-Tauschen, sondern um das Überleben und Aufblühen in einer Branche, die so hart wie herzlich sein kann. Das Ziel ist branchen- und generationenübergreifendes Netzwerken, bei dem man sofort weiß, „Wer ist wer“. Gastgeber Reinhart Gabriel hat eine klare Mission: Er schafft Räume für Begegnungen und Weiterbildung, damit Menschen voneinander lernen können. Doch was nehmen Künstlerinnen und Künstler konkret vom Stammtisch für Kunstschaffende mit? Reinhart Gabriel betont, dass es neben Theorie und Honorarnoten vor allem um das „praktische Wissen aus meinen letzten 35 Jahren in diesem Musikbusiness“ geht. Besonders am Herzen liegt ihm dabei die mentale Gesundheit: „Jede Menge Tipps und Tricks, wie man das Ganze ohne Substanzen übersteht. Dieses Business.“ Generationenübergreifender Groove Das Besondere am Stammtisch für Kunstschaffende ist der Mix: Hier trifft der Newcomer auf die Legende. Einer dieser Legendären ist Reinhold Bilgeri. Als Rockprofessor, Filmemacher und Autor hat er fast alles erreicht, doch der Antrieb ist ungebrochen. „Künstlerisch treiben mich meine Ideen, die nach wie vor herumkreisen, in meinem Kopf an“ , erzählt Bilgeri. Für ihn ist die Verbindung der Disziplinen ein Glücksfall: „Ich kann einen Roman schreiben und aus dem Roman ein Drehbuch machen [...] und dann am Schluss hast ein Film da.“. Eine Generation weiter – und doch künstlerisch verbunden – ist seine Tochter Laura Bilgeri . Nach sechs Jahren in Los Angeles hat sie im Lockdown ihre Liebe zur Musik entdeckt. Der Wechsel vom Filmset zur Musikbühne war fließend: „Alles Kreative ist wunderschön. Egal, ob es jetzt an einem Set ist [...] oder im Musikstudio“. Dennoch gibt es Unterschiede in der Nervosität. Auf die Frage, was nervenaufreibender sei – Casting oder Live-Auftritt – antwortet sie klar: „Tatsächlich ein Casting [...] Meistens sind diese Caster halt sehr emotionslos [...] Und bei einem Liveauftritt kriegst du gleich ein Feedback.“ Von der politischen Arena auf die Showbühne Einen der wohl spannendsten Karriere-Twists des Abends verkörpert Eva Glawischnig-Piesczek . Die ehemalige Spitzenpolitikerin ist heute auch musikalisch unterwegs. Hilft die Erfahrung harter politischer Debatten gegen Lampenfieber beim Singen? „Absolut. Also so exponiert zu sein wie in einem Parlament [...] In so einer richtigen Arena, in einer Kampfarena bist. Das ist schon eine Spur härter, als auf einer Musik Bühne zu stehen.“ Privat liebt sie Soul und Aretha Franklin – Musik, bei der man auch mal „Achter machen“ kann mit der Hüfte. Das Geschäft mit der Musik: Streaming, Hits und Rechte Doch Romantik allein zahlt keine Miete. Alexander Kahr , einer der erfolgreichsten Hitproduzenten des Landes, gibt Einblicke in die veränderte Realität der Musikproduktion im Streaming-Zeitalter. Die Aufmerksamkeitsspanne sinkt: „Dass der Anfang nie länger wie 3 bis 4 Sekunden sein sollte [...] Sonst bist du sofort weg.“ Dennoch bleibt für Kahr eines entscheidend: Die Persönlichkeit. Die ganz Großen, so Kahr, „haben sich selber nie wichtig genommen“. Damit am Ende auch das Geld stimmt, setzen sich Menschen wie Hans Ecker (AKM-Vizepräsident) und Emanuel Treu (AKM-Vorstandsmitglied) ein. Treu, der selbst den Podcast "Der erfolgreiche Musiker hostet", sieht keinen Widerspruch zwischen Funktionärsarbeit und Kreativität. Im Gegenteil: „Ich bin eigentlich überzeugt davon, dass ich ein besseres Vorstandsmitglied bin. Deshalb, weil ich die Branche hautnah erlebe.“. Ehrliches Feedback: Kinder und der Wiener „Schmäh“ Wer wissen will, ob eine Performance wirklich funktioniert, sollte Christoph Hirschler fragen. Der Kinderentertainer und Zauberer stellt sich täglich der härtesten Jury der Welt. „Wenn es ein Kind nicht interessiert, steht auf und geht oder macht irgendwas anderes.“ Diese Schule der direkten Resonanz hilft ihm auch vor erwachsenem Publikum. Ein Publikumsliebling ganz anderer Art ist Adi Hirschal . Er hat das „Strizzi-Lied“ wieder salonfähig gemacht und sieht darin eine Antwort auf den Zeitgeist: „Die Sehnsucht nach einer Unkorrektheit, die völlig abhanden gekommen ist in der letzten Zeit, weil alles so korrekt ist und so geschniegelt.“ . Sein Rat an die Jungen? Nicht im stillen Kämmerlein bleiben, sondern „Offen zu sein.“. Wien: Mehr als Mozart W24-Journalist Gerhard Koller bestätigt beim Stammtisch für Kunstschaffende, dass Wien seinen Ruf als Weltstadt der Musik zu Recht trägt, sich aber wandelt. Es geht nicht mehr nur um Mozart und Falco. „Gerade der neue Austro Pop [...] ist ein ganz starkes Lebenszeichen.“ . Bands wie Wanda oder Bilderbuch zeigen eine „ganz moderne, neue Art des Wienerischen“. Fazit: Vernetzung ist alles Ob Bildregisseur Axel Hofmann , der live Pannen ausbügeln muss, ohne dass der Zuschauer es merkt , oder das Musik-Duo Pilat & Pross , die sich blind verstehen: Der Tenor des Abends ist eindeutig. In einer Zeit, in der vieles digital und oberflächlich läuft, ist der persönliche Kontakt Gold wert. Der Stammtisch für Kunstschaffende von Reinhart Gabriel beweist: Wenn Menschen ihre Geschichten teilen, entstehen nicht nur Netzwerke, sondern Inspiration für die Zukunft. Die Gäste dieser Ausgabe Reinhart Gabriel: Gastgeber & Seminarleiter Reinhold Bilgeri: Rockprofessor & Multimedia-Künstler Laura Bilgeri: Schauspielerin & Musikerin Hans Ecker: AKM-Vizepräsident Emanuel Treu: Songwriter, Podcaster & AKM-Vorstand Eva Glawischnig-Piesczek: Ex-Politikerin & Sängerin Gerhard Koller: Journalist (W24) Axel Hofmann: Bildregisseur Adi Hirschal: Schauspieler & Intendant Christoph Hirschler: Kinderentertainer Alexander Kahr: Musikproduzent Pilat & Pross: Musik-Duo Sonja Plöchl: Model & Bookerin Credits: Redaktion & Schnitt: Manuel Waldner | Kamera: Marcus Schwemin